Oft gehen Händler davon aus, der Zollwert berechnet sich anhand des Rechnungspreises, was so nicht zwingend zutrifft. Der Wert der anzusetzen ist, ist der Transaktionswert inklusive aller Kosten die auf der Ware zum Zeitpunkt des Verbringens (in die EU) liegen. Ist der Incoterm CIF, dann ist der Rechnungsbetrag dem Zollwert entsprechend, außer es kommen noch Kosten wie Gussformen oder so dazu, die in separater Rechnung gestellt werden. Was für Kosten beispielsweise in Frage kommen, kann man der zweiten Seite des alten Formulars 0464 entnehmen (zu finden auf Zoll.de). Wenn die Lieferbedingung also weniger als CIF enthält, FOB zum Beispiel, müssen die Frachtkosten vom Verschiffungshafen bis zum Ort des Verbringens (in die EU), voll aufgeschlagen und zum vollen Zollsatz verzollt werden. Sollte die Lieferbedingung weiter gehen, als CIF, DAP zum Beispiel, müssen bzw. können, die Kosten vom Ort des Verbringens bis zum Lieferort sogar abgezogen werden. Etwas komplizierter wird es dann bei DDP, denn da kann auch der Zoll aus dem Zollwert raus gerechnet werden – eine beliebte Aufgabe für Auszubildende 


Die Einfuhrumsatzsteuer hingegen berechnet sich anhand des erwähnten CIF Wertes zzgl. der Zölle (ja, Zölle werden versteuert) und aller Kosten vom Ort des Verbringens bis zum Lieferort. Hier kann man die sogenannten Nachlaufkosten jedoch nicht einrechen, sollte der Rechnungssteller (Spediteur) diese Kosten mit Mehrwertsteuer abrechnen. Sonst würde der Betrag ja doppelt besteuert werden, was man nur von Kraftstoffen kennt.
Wer das Formular 0464 nicht finden kann, aber haben möchte, gerne melden. Auch wer einen kleinen Abgabenrechner in Excel möchte, oder einfach Fragen zum Thema hat, gerne Kommentar schreiben oder PN senden.